Freinet-Pädagogik

Zitat

"Am Anfang jeder Eroberung steht nicht das abstrakte Wissen, sondern die Erfahrung, die Übung und die Arbeit."

Celestin Freinet

Konzeptionelle Grundsätze

Wir betrachten das Kind als eine eigenständige Person mit ganz individuellen Eigenschaften, das seine Welt mit den ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten erobern will. Für uns als Erzieher heißt dass, die Erfahrungen, die Kinder in ihren Familien im alltäglichen Zusammenleben in der Kita und in anderen Bereichen machen, wahrzunehmen und zu analysieren. Es geht um Situationen, mit denen sich die Kinder auseinandersetzen, als auch um solche die von den Erzieherinnen thematisiert werden, weil sie für das Aufwachsen in der Gesellschaft unerlässlich sind.

Die Erzieherinnen gestalten eine anregungsreiche Lernkultur, die Neugier und Interesse, Entdeckerlust und Experimentierfreude der Kinder wach hält. Somit werden Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten gefördert.

Im täglichen Zusammenleben findet eine bewusste Auseinandersetzung mit Werten und Normen statt. Regeln werden gemeinsam mit den Kindern erarbeitet.
In konkreten Lebenssituationen erfahren die Kinder, was im Zusammenleben wichtig ist und warum das so ist. Einen hohen Stellenwert im Alltag der Kita haben die Auseinandersetzung mit Werten und der Umgang mit Konflikten.
In konkreten Situationen erfahren die Kinder den Sinn und Gültigkeit von Regeln und Normen. Sie erleben, dass Regeln gemacht und veränderbar sind.

Durch aktive Mitgestaltung des Tagesablaufes durch die Kinder unterstützen wir die Selbständigkeitsentwicklung. Die Erzieherinnen schaffen Voraussetzungen, damit sich Beteiligung entwickeln kann. Es wird in erster Linie mit den Kindern geplant. Was sie selbst tun können, wird ihnen zugetraut und zugemutet, unter der Berücksichtigung der Individualität.

Die Räume und ihre Gestaltung stimulieren das eigenaktive und kreative Tun der Kinder. Die Kinder sind in die Gestaltung der Räume einbezogen. Diese lässt gemeinsame wie individuelle Tätigkeiten der Kinder zu und bietet ausreichend Raun für Bewegung und Rückzug. Räume und Materialien stimulieren das eigene Ausprobieren, Erkunden, Erforschen sowie das kreative Tätigsein.

In der Freinet- Pädagogik finden wir hierfür die wesentlichen theoretischen Grundlagen. Sie ist eine Pädagogik des entdeckenden und selbständigen Lernens.
In der Auseinandersetzung der Kinder mit ihrer Umwelt und sich selbst sehen wir Erzieher uns als gleichberechtigte Partner als Gestalter anregungsreicher Entwicklungsräume für Forschen und Entdecken.
Die Kinder erhalten Freiräume, in denen sie Eigeninitiative entwickeln und ihre ganz individuellen Lernwege finden können.

Ihnen stehen Funktionsbereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten zur Verfügung:

  • Holzwerkstatt
  • Theater- und Fantasiereise
  • Bewegungsbaustelle
  • Forschen und Entdecken
  • Computerecke<
  • Kreativwerkstatt
  • große Halle
  • Kinderküche
  • Musikraum

In diesen Werkstätten erhalten die Kinder Möglichkeit zur Bewegung und Herausforderung, wobei sie Flexibilität, Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit lernen. Sie leisten damit ihren ganz persönlichen Beitrag im Prozess der Selbstbildung. In diesem Prozess dürfen Regeln in Frage gestellt und verändert werden.

Die Räumlichkeiten der Einrichtung , einschließlich der Werkstätten, sind so gestaltet, dass diese - sowie die darin befindlichen Materialien- die Kinder zum Tun anregen, für sie frei zugängig sind und jederzeit von ihnen genutzt werden können . Für uns als Erzieher sind es entscheidende Faktoren einer förderlichen Bildungswelt. Hier haben die Ideen der Kinder eine Chance und sie erfahren die Wirksamkeit.
Darüber hinaus haben die Kinder die Möglichkeit, an unterschiedlichen Angeboten in kleinen Gruppen oder einzelnen Kindern teilzunehmen.

Die Angebote sollen bewirken, dass Kinder an neue Themen, Materialien, Techniken und daraus resultierenden Erfahrungen herangeführt werden.

Unser Ziel ist es, dass sich die Kinder nach und nach selbständiger und unabhängiger in den Werkstätten und in der gesamten Einrichtung bewegen. Um diesen Prozess zu unterstützen, befinden sich in den größeren Gruppen Abmeldetafeln, auf denen die Kinder ihren Aufenthaltsort sichtbar machen. Bewusst und zunehmend selbständig sollen die Kinder ihren Tagesablauf gestalten.

Der Selbstbildungsprozess des Kindes bedeutet für uns als Erzieher jedoch nicht, dass wir auf Einflussnahme verzichten. Hierfür sind unsere Beobachtungen von wesentlicher Bedeutung - welche Prozesse spielen sich ab?
Es geht darum die Kinder in Ihren Besonderheiten zu sehen und zu erkennen, herauszufinden, wo die Interessen jedes einzelnen Kindes liegen.

Diese Beobachtungen nehmen wir zum Anlass Anregungen und Impulse zu setzen und die Gestaltung der täglichen Arbeitssituationen immer wieder neu zu überdenken. Es ist besonders wichtig mit den Kindern in einem ständigen Dialog zu bleiben.
Im Tagesablauf bieten sich dafür alle Möglichkeiten. Die Gruppengespräche und den Kinderrat sehen wir als geeignetes Mittel. Die Dokumentationen der individuellen Entwicklung eines Kindes, sowie die differenzierte Förderung bei Defiziten erfolgt auf der Grundlage von Beobachtungsbögen und ist Bestandteil der Kita- Mappe, welche für jedes Kind angelegt wird. Einmal jährlich werden die Eltern zu Entwicklungsgesprächen eingeladen. Diese Einzelgespräche - als Teil eines fortlaufenden Austausches und zur Begleitung der Entwicklung der Kinder; werden von den Gruppenerziehern vorbereitet und ermöglichen den Eltern einen Einblick in Verhalten, Interessen und Fähigkeiten des Kindes aus Sicht der Erzieherin.

Besuche zu Hause sind ein Angebot an die Familien. Dabei werden die Kinder aktiv einbezogen. Zu einer gelingenden Bildungs- und Erziehungsarbeit gehört der regelmäßige Austausch zwischen Eltern und den pädagogischen Fachkräften. Hier werden die Eltern über die Vorhaben im Bereich Bildung und Erziehung in geeigneter Weise informiert. Dabei begründet die Erzieherin Themen und Vorgehen und ermöglicht die Einbeziehung aller Eltern. Darüber hinaus sind Eltern jederzeit eingeladen, den Alltag in der Kita zu erleben.  

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